Vier unserer Absolventen erzählen ihre Geschichte:

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Marcin Laszewski

25 Jahre

elektrotechnischer Assistent

 Ich bin ins dritte Semester eingestiegen, weil ich schon die Fachhochschulreife hatte. Doch das Abitur war mir wichtig. Denn nur damit komme ich im Leben weiter. Die Schule musste ich früher wegen meiner Krankheit vernachlässigen. Vor sechs Jahren bekam ich endlich eine neue Niere. Das bedeutete Freiheit. Nach all den Jahren Dialyse und strengster Diät lebe ich jetzt ein Leben wie alle anderen auch. Meine Familie stammt ursprünglich aus Polen. Als ich noch ein Baby war, stellte man fest, dass ich zwei beschädigte Nieren habe. Wir sind dann nach Deutschland gegangen, weil die medizinische Versorgung hier besser ist als in Polen. Als ich 15 Jahre alt war, begann die Dialyse, was bedeutete, dass ich dreimal in der Woche zur Blutwäsche ins Krankenhaus musste. Das dauerte jedes Mal sechs Stunden. Mein Leben war bis zur Nierentransplantation total eingeschränkt. Heute fühle ich mich als freier Mensch.

 

Daniel Garcia Gonzalez

26 Jahre

Altenpfleger

Bis zum Beginn der Klasse 13 war ich auf einem normalen Gymnasium. Dann habe ich die Schule abgebrochen, weil ich damals Stress mit meinen Eltern hatte. Ein  paar Monate habe ich mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und bin dann über ein Praktikum auf die Altenpflege gekommen. Schon nach der Hälfte der Ausbildung habe ich aber gemerkt: der Beruf ist nichts für mich. Trotzdem habe ich weitergemacht, eher halbherzig, und bin bei der Abschlussprüfung prompt durchgefallen. Zu der Zeit hatte ich mich schon auf dem Abendgymnasium angemeldet. Dann hab ich die Wiederholungsprüfung gemacht und bin wieder durchgefallen. Das wäre eigentlich das endgültige Aus gewesen, doch dann durfte ich aufgrund eines Formfehlers ein drittes Mal antreten und habe bestanden. Ich bin froh, dass ich um einen Berufsabschluss gekämpft habe, an dem mir gar nicht mehr viel lag. Und gleichzeitig habe ich noch das Abitur gemacht.