Andreas Prenger, 38

Krankenpfleger

 

Seit ca. 20 Jahren arbeite ich als Krankenpfleger in einer psychiatrischen Einrichtung in Köln. Vor einigen Jahren bemerkte ich, dass ich eine grundsätzliche berufliche Veränderung brauchte. Der Beruf machte keinen Spaß mehr und ich dachte, ich sei in einer Sackgasse. Denn mit 35 einen neuen Ausbildungsberuf zu erlernen war mit Familie und 2 Kindern kaum vorstellbar. Auf der Suche nach weiteren Tätigkeitsfeldern wurde mir klar, dass ich nochmal richtig die Schulbank drücken musste.

Damals in der Hauptschule hatte ich schon den Wunsch, mit Computern zu arbeiten. Obwohl es damals einfacher war, einen guten Ausbildungsplatz mit Hauptschulabschluss B zu bekommen, blieb mir der Zugang zur IT-Branche verwehrt. So entschied ich mich, mit Menschen zu arbeiten, was mir lange Zeit sehr viel Spaß gemacht hat. Doch die IT-Welt reizte mich weiterhin und mir wurde klar, wenn ich nochmal richtig lerne, dann nur für den Traumjob.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, mein Abitur nachzumachen, erfuhr ich vom Abitur-online-System am Abendgymnasium Köln. Bis dahin konnte ich mir nur einen Fernstudiengang vorstellen. Davor hatte ich jedoch etwas Angst, denn ich dachte, dass mir die Kraft fehlt, das alleine durchzuziehen. Aber auch das Abendgymnasium mit fünf Schulabenden in der Woche war nicht mit meinem Schichtdienst vereinbar. So kam mir Abi-online als Mischsystem gerade recht. Die zwei Tage Präsenzunterricht waren mit meinem Job gut vereinbar und hielten und mich „am Ball“. Sie haben mich kontinuierlich motiviert; das selbstverwaltete Lernen hat mir eine freiere Zeiteinteilung ermöglicht.

Nach kurzer Klärung mit meinem Arbeitgeber war der Entschluss schnell gefasst, ich ging wieder zur Schule. Mein Arbeitgeber unterstütze mich in den letzten drei Jahren mit allen erdenklichen Mitteln. Auch meine Kollegen waren von meinem Vorhaben begeistert: Sie halfen mir in Bezug auf die Dienstplangestaltung und oft auch beim Lernen.

Es war keine einfache, aber eine sehr schöne Zeit. Ich habe am Abendgymnasium viele neue und interessante Menschen kennengelernt und auch neue Freunde gefunden. Die Schulzeit hatte auch Auswirkungen auf meinen Job: Durch die wiedererlangte Perspektive habe ich auch neue Kraft gefunden, meinen Beruf weiter zuführen, bis ich mein endgültiges Ziel erreicht habe.

Mein Tipp: Es findet sich fast immer ein Weg, der gut zum eigenen Leben passt und man sollte nicht aufhören, danach zu suchen, bis man ihn gefunden hat!

 

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Marco Wölbert
35 Jahre

Als ''Kind einer Arbeiterfamilie'' war für mich ein akademischer beruflicher Karriereweg nicht vorgesehen, obwohl ich nach meinem Abschluss der mittleren Reife gerne noch das Gymnasium in meiner Heimatstadt besucht hätte, um Abitur zu machen. Trotz Beginn einer Lehre merkte ich immer wieder, dass ich geistig unterfordert war, und bildete mich auf eigene Faust immer weiter. Interessanterweise bestand auch mein Freundeskreis fast immer aus Studenten und Studentinnen.

Nach vielen Jobs entschloss ich mich deshalb mit Anfang 30 dazu, das Abitur nachzuholen. Damit habe ich mir zwar spät einen persönlichen Traum erfüllt, aber besser spät als nie. Das eröffnet mir jetzt massig Perspektiven: Ich war schon immer begeistert für Politik und an gesellschaftswissenschaftlichen Herausforderungen interessiert und auch selbst politisch aktiv. Mit dem Besuch des Abendgymnasiums Köln und dem erfolgreichen Abitur habe ich mir selbst die Möglichkeit geschaffen, in diesem Feld zu studieren.

Ich möchte nun allen zukünftigen Absolventen und Absolventinnen raten, den Schulbesuch konsequent durchzuziehen. Es ist auf jeden Fall machbar und lohnt sich am Ende auch für einen selbst in jedem Fall. Meine Erfahrungen am AG Köln waren durchweg positiv. Als Tipp kann ich euch noch zwei Dinge mit auf den Weg geben: Kommt, so oft es geht, zum Unterricht, seid aufmerksam und sprecht mit den Lehrkräften, falls es einmal Probleme, welcher Art auch immer, gibt. Dann sind sie sehr, sehr hilfsbereit. Ich wünsche allen zukünftigen Schülern und Schülerinnen am AG Köln viel Glück.