Das Fach Geographie wird derzeit nur in Bergheim in der Einführungsphase des Abendgymnasiums sowie in der Hauptphase als Leistungskurs angeboten.

Stellung und Bedeutung des Geographieunterrichts im Fächerkanon

Gegenstand des Geographieunterrichts ist die Erde als Lebensraum der Menschen, der sich auf der Grundlage natürlicher und gesellschaftlicher Prozesse entwickeltund ständig verändert. Damit verbindet die Geographie fachübergreifend naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Lernbereiche.

Indem der Geographieunterricht Inhalte anderer Fächer nutzt und durch raumbezogene Erkenntnisse sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten Voraussetzungen für andere Fächer schafft, erfüllt er fachübergreifende und fächerverbindende Aufgaben. Gleichzeitig vertritt die Geographie Wissenschaften, die im Fächerkanon der Schule nicht vertreten sind (Geologie, Kartografie, Meteorologie, Raumplanung u. a.)

Der Geographieunterricht erschließt die Wirklichkeit über räumliche Kategorien. Dabei werden Räume als komplexe Gebilde über verschiedene Betrachtungsweisen
- naturgeografisch-ökologisch,
- wirtschafts-, sozial- und kulturgeografisch und
- historisch-geografisch
erschlossen.

Dadurch gewinnen die Studierenden wissenschaftlich begründete Vorstellungen von den Wechselbeziehungen zwischen Natur und Mensch/Gesellschaft und erhalten einen Zugang zu unterschiedlichen Lebensbereichen.

Der Unterricht in der Geographie leistet einen wichtigen Beitrag zu Umwelterziehung und befähigt die Studierenden zu einem verantwortungsbewussten Verhalten im Raum. Die Geographie schafft durch die Vermittlung eines anwendungsbereiten topografischen Grundwissens die Voraussetzung für die Orientierung auf der Erde und ihren groß- und kleinmaßstäblichen Teilräumen. Ein weiterer wichtiger Beitrag besteht darin, dass die Studierenden fremde Kulturen und Lebensformen kennen lernen. Geografische Kenntnisse, Fähigkeiten und Einsichten bilden eine wichtige Voraussetzung, um solche Aufgaben wie die Erhaltung des Planeten Erde in seiner Einmaligkeit zu verstehen und entsprechende Verantwortung zu übernehmen.

Lehrplan der Geographie

Die im Folgenden aufgeführten Inhalte der einzelnen Semester beziehen sich auf die Vorgaben für das Zentralabitur 2017. Die Schulgeographie fokussiert sich auf 7 Inhaltsfelder, denen jeweils spezifische Methoden-, Handlungs- und Urteilskompetenzen zugeordnet sind. Der Erwerb dieser Kompetenzen bildet den Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit, die an zeitsktuellen geographischen Frage- und Problemstellungen erfolgt. 

In der Einführungsphase (4. abendreales Semster/1. abendgymnasiales Semester sowie 2. abendgymnasiales Semester E1/2) werden die folgenden Themenfelder behandelt:

  1.   Lebensräume und deren naturbedingte Gefährdung sowie anthropegen bedingte Gefährdung (E1)
    1. Gefährdung von Lebensräumen durch geotektonische und klimaphysikalische Prozesse
    2. Landschaftszonen sowie Möglichkeit zu deren Nutzung als Lebensräume
    3. Leben mit dem Risiko von Wassermangel
  2. Raumwirksamkeit von Energieträgern und Energienutzung (E2)
    1. Fossile Energieträger als Motor wirtschaftlicher Entwicklung und Auslöser politischer Auseinandersetzungen
    2. Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung regenerativer Energien als Beitrag eines nachhaltigen Ressourcen- und Umweltschutzes

In der Hauptphase  (abendgymnasiales 3. - 6. Semester: H3-H6) werden die nachfolgenden 5 Schwerpunkte gesetzt:

  1. Landwirtschaftliche Strukturen in verschiedenen Klima- und Vegetationszonen (H3)
    1. Von der Subsistenzwirtschaft bis zu Marktorientierung und Agrobusiness
    2. Eingriffe in die tropischen Regenwälder
    3. Bodenversalzung und Degradation in den Trockenräumen der Erde, Bewässerungswirtschaft
    4. Ökologische Landwirtschaft
    5. Agrarischer Strukturwandel - Mechanisierung, Intensivierung, Spezialisierung
    6. Versorgungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung vs. nachhaltiges Wirtschaften
  2. Dienstleistungen in ihrer Bedeutung für Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen (H3)
    1. Tourismusregionen, ihre Ausstattung und ihr Wandel
    2. Wirtschaftliches Wachstum durch Tourismus vs. nachhaltige und sozial gerechte lokale Entwicklung
    3. Wissenschaftliche Erklärungsmodelle
    4. Formen des Tourismus im Dreieck der Nachhaltigkeit
  3. Stadtentwicklung- und Stadtstrukturen (H4)
    1. Gliederung städtischer Räume nach genetischen, funktionalen und sozialen Merkmalen
    2. Stadtentwicklungsmodelle und -prozesse. Suburbanisierung und Segragation
    3. Städtische Nutzungskonkurenz, sektoraler Wandel, Miet- und Bodenpreisgefüge
    4. Zentralität und künftiges Wachstum städtischer Räume
    5. Wandel von städtbaulichen Leitbildern
    6. Weltweite Verstädterungsprozesse, Mega- und Global Cities
  4. Bedeutungswandel von Standortfaktoren (H5)
    1. Wandel von Standortfaktoren durch technischen Fortschritt
    2. Strukturwandel altindiustrieller Räume
    3. Deindustrialisierngsprozesse, Diversifizierung, Tertiärisierung
    4. Transformationsprozesse in Mttel- und Osteuropa
    5. Entwicklung von Wirtschaftsräumen und Hightech-Clustern
    6. Internationale und globale Wirtschaftsprozesse, Wirtschaftsbündnisse
  5. Dienstleistungen in ihrer Bedeutung für Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen (H5)
    1. Handel, Logistik, Verkehr
    2. Bildung und ihre Rolle für die ökonom. Raumentwicklung
    3. Globale Dienstleistungszentren und Global Cities
    4. Raumstrukturelle Probleme - Niedriglohngefüge
    5. Global vernetzte Wirtschaften
  6. Sozioökonomische Entwicklungsstände von Räumen (H6)
    1. Globale Disparitäten
    2. Ungleiche Verteilung von Ressourcen und Fragmentierung
    3. Tragfähigkeit und Ernährungssicherheit
    4. Internationale Migration und ihre Formen
    5. Demographische Entwicklung in Industrie- und Entwicklungsländer - Modell des deograph. Übergangs
    6. Leitbilder räumlicher Entwicklung
    7. Raumordnung und Raumplanung in Europa

 

Methodenspektrum:

Die moderne Geographie nutzt eine Vielzahl von Medien und Methoden - von der klassischen Lehrbucharbeit sowie der Atlasarbeit bis zur Nutzung von Geoinformationssystemen, Luftbildern, Diagrammen, Statistiken, Modellen bsi zu netzbasierten Recherchen. Sie lernen systematisch Räume und ihre Eigenheiten zu beschreiben, Problemstellungen zu analysieren und zu erklären sowie begründend zu beurteilen und zu bewerten.