Andreas P., Sommersemester 2015

38, Krankenpfleger

Seit ca. 20 Jahren arbeite ich als Krankenpfleger in einer psychiatrischen Einrichtung in Köln. Vor einigen Jahren bemerkte ich, dass ich eine grundsätzliche berufliche Veränderung brauchte. Der Beruf machte keinen Spaß mehr und ich dachte, ich sei in einer Sackgasse. Denn mit 35 einen neuen Ausbildungsberuf zu erlernen war mit Familie und 2 Kindern kaum vorstellbar. Auf der Suche nach weiteren Tätigkeitsfeldern wurde mir klar, dass ich nochmal richtig die Schulbank drücken musste.

 Damals in der Hauptschule hatte ich schon den Wunsch, mit Computern zu arbeiten. Obwohl es damals einfacher war, einen guten Ausbildungsplatz mit Hauptschulabschluss B zu bekommen, blieb mir der Zugang zur IT-Branche verwehrt. So entschied ich mich, mit Menschen zu arbeiten, was mir lange Zeit sehr viel Spaß gemacht hat. Doch die IT-Welt reizte mich weiterhin und mir wurde klar, wenn ich nochmal richtig lerne, dann nur für den Traumjob.

 Auf der Suche nach Möglichkeiten, mein Abitur nachzumachen, erfuhr ich vom Abitur-online-System am Abendgymnasium Köln. Bis dahin konnte ich mir nur einen Fernstudiengang vorstellen. Davor hatte ich jedoch etwas Angst, denn ich dachte, dass mir die Kraft fehlt, das alleine durchzuziehen. Aber auch das Abendgymnasium mit fünf Schulabenden in der Woche war nicht mit meinem Schichtdienst vereinbar. So kam mir Abi-online als Mischsystem gerade recht. Die zwei Tage Präsenzunterricht waren mit meinem Job gut vereinbar und hielten und mich „am Ball“. Sie haben mich kontinuierlich motiviert; das selbstverwaltete Lernen hat mir eine freiere Zeiteinteilung ermöglicht.

 Nach kurzer Klärung mit meinem Arbeitgeber war der Entschluss schnell gefasst, ich ging wieder zur Schule. Mein Arbeitgeber unterstütze mich in den letzten drei Jahren mit allen erdenklichen Mitteln. Auch meine Kollegen waren von meinem Vorhaben begeistert: Sie halfen mir in Bezug auf die Dienstplangestaltung und oft auch beim Lernen.

Es war keine einfache, aber eine sehr schöne Zeit. Ich habe am Abendgymnasium viele neue und interessante Menschen kennengelernt und auch neue Freunde gefunden. Die Schulzeit hatte auch Auswirkungen auf meinen Job: Durch die wiedererlangte Perspektive habe ich auch neue Kraft gefunden, meinen Beruf weiter zuführen, bis ich mein endgültiges Ziel erreicht habe.

 Mein Tipp: Es findet sich fast immer ein Weg, der gut zum eigenen Leben passt und man sollte nicht aufhören, danach zu suchen, bis man ihn gefunden hat!

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