Agnieszka C, Sommersemester 2016

28 Jahre
Mutter eines Sohnes, 8 Jahre alt

Vor fünf Jahren bin ich per Zufall hier in Köln gelandet – ohne Familie, ohne jegliche Deutschkenntnisse, nur mit meinem kleinen Sohn. Und nun habe ich das Abitur in der Tasche. Manchmal kann ich es immer noch nicht glauben. Gefühlt habe ich ein Einserabitur gemacht, auch wenn viele Dreien auf dem Zeugnis stehen. Aber für mich ist es der allerbeste Abschluss, den ich je gemacht habe, dafür habe ich wirklich alles gegeben.
Als ich mich zum Abiturlehrgang anmeldete, waren meine Deutschkenntnisse noch so gering, dass ich mich im Unterricht kaum getraut habe, etwas zu sagen. Immer hatte ich Angst, Blödsinn zu erzählen. Das hat sich aber schnell gelegt und ich habe mich rege am Unterricht beteiligt. Schließlich war ich hochmotiviert, wollte unbedingt das Abitur machen, um Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften zu studieren. In meiner alten Heimat, in Chorzow in Polen, war ich früher auf einem beruflichen Gymnasium, wo man ein berufsbezogenes Abitur in Gastronomie-Management machen konnte. Das habe ich leider ein Jahr vor dem Abschluss abgebrochen.
Ob die Schule mich verändert hat? Sehr. Ich bin jetzt selbstbewusster, traue mich, meine Meinung zu sagen, vor allem habe ich keine Angst mehr, grammatisch Falsches zu sagen.
Nun freue ich mich auf das Studium in Bonn.
Wenn man will, schafft man alles, sogar mit geringen Deutschkenntnissen am Anfang. Ich bin das beste Beispiel dafür.

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