Jaqueline B., Sommersemester 2016

39 Jahre
Mutter einer 9jährigen Tochter und eines 15jährigen Sohnes

Ich stamme aus einer Familie von Aramäern und bin in Ahlen in Westfalen aufgewachsen. Die Aramäer leben im Grenzgebiet zwischen Syrien, Türkei und Irak. Sie gehören der syrisch-orthodoxen Kirche an. Von dort sind meine Eltern 1975 nach Deutschland geflüchtet.
Mir war es in Ahlen, wo viele Aramäer leben, irgendwann zu eng und so bin ich mit 18 mit einer Tante nach Köln gezogen.
Nach vielen Jahren der Kindererziehung und Arbeit in einem Fitnessstudio stand ich plötzlich vor der Entscheidung, mich umorientieren zu müssen. Das Fitnessstudio meldete Konkurs an und ich stand beruflich auf der Straße. Meine jüngere Schwester, die gerade dabei war, das Abitur nachzuholen, meinte: „Jacky, wär das nicht auch etwas für Dich?“ Und so kam der Stein ins Rollen und ich landete im Abiturlehrgang AbiVor.
Die Schule hat einerseits mein Selbstwertgefühl enorm gesteigert, ich war hungrig nach Wissen und Bildung, andererseits war sie auch sehr stressig: ich habe gelernt, nebenbei gejobbt, meine Kinder versorgt und manchmal gab es Momente, da habe ich mich gefragt „Wofür machst Du das eigentlich?“ Doch ich hatte längst begriffen, dass das Abitur meine einzige Chance ist, mein Leben zu verändern, meine berufliche Zukunft selbst zu gestalten. Ursprünglich wollte ich nur das Fachabitur machen. Doch die Klasse hat mich immer wieder motiviert, bis zum Ende durchzuhalten, was ich nicht bereue. Mein Notendurchschnitt liegt im sehr guten Zweierbereich. Nun möchte ich soziale Arbeit studieren.
Mein Tipp für die Neuen: immer da sein, ist die halbe Miete! Regelmäßig Hausaufgaben machen und sein Ziel nicht aus den Augen verlieren.

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