LK der H5 besucht Friedensaktivisten

Am 04. November besuchte der Englisch LK der H5 das Dom-Forum.

Thema des Abends: „Ohne Frieden ist alles nichts“- Atomwaffen abschaffen? Kampfdrohnen ächten?

Der dort stattfindenden Diskussionsrunde wohnten Friedensaktivisten aus den USA und Deutschland bei. Wir wurden als Kurs sowohl von der Leitung des Domforums als auch von Vertretern der Deutschen Friedensgesellschaft freundlich begrüßt. Die Veranstaltung fand in einer warmen Beleuchtung neben einem eindrucksvollen Quilt-Kunstwerk statt. Zuschauer und das Podium waren nah beieinander. Zunächst hielten Brian Terrell und Ariane Dettloff Vorträge über ihre Aktivitäten und zeigten dazu Bilder auf einer Leinwand.

Brian Terrell ist seit mehr als 45 Jahren Friedensaktivist in den USA und hat in den frühen 1980er Jahren an den Massenprotesten gegen die Pershing-ll-Atomraketen in Deutschland teilgenommen. Im Jahr 2009 beteiligte er sich an den ersten Protesten gegen Drohnenattentaten auf der Creech Air Force Base in Nevada und wurde mehrere Male für sein Engagement inhaftiert. Ein Bild, das zeigte, wie er sich unter einen Stacheldrahtzaun auf eine Airbase in Holland buddelte, kommentierte er humorvoll mit den Worten, dass er in Europa weitaus weniger Gefahr liefe, jahrelang im Gefängnis zu landen als in den USA .

Ariane Dettloff ist seit den Protesten gegen die Stationierung der US-Atomraketen Pershing-ll in Mutlangen (Deutschland) aktiv gegen Krieg und Rüstung. Derzeit führt sie Prozesse gegen die Stationierung und „Modernisierung“ der US-Atombomben in Büchel in der Eifel. Auch sie zeigte etliche Bilder von ihrem Widerstand .

Ein besonderes Augenmerk wurde auf unbemannte Drohnenangriffe in Afghanistan gelegt. Im August dieses Jahres räumte das US-Verteidigungsministerium ein, bei einem Luftangriff Unschuldige, darunter Kinder, getötet zu haben.

Um diese Tragödien zu veranschaulichen, starteten US-Bürgerinnen und Bürger das „Drones Quilt Project“ als visuelle Petition. Sie nähten Patchworkdecken aus jeweils 36 Stoffblöcken. Auf jedem Stoffblock findet man den Namen eines anderen, durch US-Kampfdrohnen getöteten Kindes.

Die Friedensaktivisten im Domforum informierten die Besucher des Abends über Deutschlands Rolle in den illegalen US-Drohnen Tötungen in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten. So ist seit 2013 bekannt, dass die US-Luftwaffenbasis Ramstein nahe Kaiserslautern sowie das Pentagon-Afrika-Kommando (Africom) in Stuttgart eine wichtige Rolle spielen.

Der von den USA geführte Krieg in Afghanistan jährte sich dieses Jahr zum 20. Mal. Auch der erst dieses Jahr gewählte US-Präsident Biden strebt kein Ende des Krieges an und reagierte auf ein in Afghanistan ausgeführtes Selbstmordattentat, welches das Leben von mehreren US-Soldaten und afghanischen Zivilisten forderte, mit den Worten: “We will not forget! We will not forgive! And we will hunt you down!“
Er fügte hinzu, dass Amerika Krieg führen könne, ohne dass amerikanische Stiefel den afghanischen Boden berühren müssten. Gemeint ist der Einsatz von unbemannten Kampfdrohnen.

Der Journalist Julian Assange leakte geheime Papiere des US-Verteidigungsministeriums, aus denen hervorging, dass Amerika kein Ende des Afghanistan-Krieges befürworte, sondern diesen möglichst in die Länge ziehen möchte, um amerikanische und europäische Steuergelder aus den Ländern herauszuspülen.

Die Veranstaltung im Dom-Forum wurde mit einer offenen Fragerunde beendet. Einer unserer Mitschüler fragte, wie sich auch jüngere Leute aktiv engagieren könnten und erhielt die Antwort, dass man soziale Medien nutzen könne und auch Bewegungen wie „Fridays for Future“ seit Neuestem eine große Rolle spielen würden, da die ausgeschiedenen Emissionen der Streitkräfte nicht mit in die Statistiken aufgenommen werden und somit die Zahlen verharmlosen.

Dennis Sonnenfeld & Eileen Wölwer
H5

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